Ausbildung an Schulen

Die Ausbildung soll insbesondere dazu befähigen, Frauen während der Schwangerschaft, der Geburt und dem Wochenbett Rat zu erteilen und die notwendige Fürsorge zu gewähren, normale Geburten zu leiten, Komplikationen des Geburtsverlaufs frühzeitig zu erkennen, Neugeborenen zu versorgen, den Wochenbettverlauf zu überwachen und eine Dokumentation über den Geburtsverlauf anzufertigen.
(Ausbildungsziel lt. §5 HebG )

Die dreijährige Ausbildung zur Hebamme ist an insgesamt 58 Hebammenschulen deutschlandweit möglich und beinhaltet 1.600 Theoriestunden und 3.000 Stunden praktische Ausbildung. Die Ausbildungsinhalte sind in der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung HebAPrV und der Europäischen Richtlinie 2005/36/EC festgelegt.

Den praktischen Teil der Ausbildung verbringst du größtenteils im Kreißsaal und auf Wochen- und Neugeborenenstation. Die Ausbildung beinhaltet aber auch einen Einsatz bei einer freiberuflichen Hebamme (je nach Schule vorgeschrieben oder frei wählbar) und Einsätze in der Schwangerenberatung, der Kinderklinik, auf einer Pflegestation und im Operationssaal. Die Mindestvorgaben zu den Tätigkeiten, die du am jeweiligen Einsatzort durchgeführt haben solltest, sind auch gesetzlich festgeschrieben. So solltest du unter Anderem mindestens 30 Entbindungen eigenhändig durchgeführt, 100 Wochenbettbesuche und 100 Schwangerenberatungen gemacht haben. Eine sorgfältige Dokumentation dieser Tätigkeiten ist daher wichtig, um die Zulassung zur Prüfung zu bekommen.

Theoretischen Wissen eignest du dir in den Bereichen Geburtshilfe, Anatomie, Psychologie, Pädiatrie, Krankheitslehre, Arzneimittellehre, Gesundheitslehre Berufs-, Gesetzes- und Staatsbürgerkunde, Mikrobiologie, Hygiene, Chemie und Physik an.

Der Wechsel zwischen Theorie- und Praxiseinsätzen wird von den Schulen unterschiedlich organisiert. Einige Schulen bevorzugen Blockeinsätze mit Zeiträumen von 3-4 Wochen. An anderen Schulen findet an 1-2 Tagen pro Woche Theorieunterricht statt und den Rest der Woche sind die Schülerinnen in der Praxis eingesetzt. Auch in der Ausbildung arbeiten die werdenden Hebammen in Früh- Spät- und Nachtdienst, sowie an Wochenenden und Feiertagen.

Die Ausbildung endet mit der staatlichen Prüfung, die in einen schriftlichen, mündlichen und praktischen Teil gegliedert ist. Die schriftliche Prüfung umfasst 5 Fächer, die mündliche Prüfung 4 Fächer. In der praktischen Prüfung wird die Durchführung einer Entbindung (die sog. „Examensgeburt“) mit Erstversorgung des Neugeborenen und Dokumentation, die Aufnahme einer Schwangeren, eine Fallbesprechung an einer Wöchnerin und eine Pflegedemonstration an einem Neugeborenen geprüft.

Für die Bewerbung um einen Ausbildungsplatz solltest du das 17. Lebensjahr vollendet und einen Realschulabschluss (oder eine gleichwertige Schulbildung) haben. Die Chance auf einen Ausbildungsplatz steigt jedoch erheblich, wenn du da Abitur gemacht hast. Weiterhin benötigst du ggf. einen Nachweis über ein Praktikum, eine Kopie deines letzten Schulzeugnisses, ein lückenloser Lebenslauf mit aktuellem Passfoto und natürlich dein Bewerbungsschreiben. Für einige Schulen musst du deine gesundheitliche Eignung nachweisen oder auch Bewerbungsbögen ausfüllen. Der Bewerbungszeitraum und der Ausbildungsbeginn sind für die einzelnen Schulen unterschiedlich. Am besten informierst du dich auf der Internetseite der jeweiligen Schule oder nutzt die Liste aller Schulen auf der Seite des Hebammenverbands.

Wenn du in deine Ausbildung ein Studium integrieren möchtest, informiere dich mit welcher Fachhochschule/ Universität die jeweilige Schule kooperiert. Mehr findest du auf unserer Internetseite unter der Rubrik „Studium“.